MADAGASKAR #eins

Unterkunft

Unsere Unterkunft ist ein Haus nach europäischem Standard, wir genießen den Luxus eines Familienzimmers, die Jungs bewohnen ein Zimmer und die 13 Mädels schlafen in Wohnzimmer. Es gibt allerdings nur eine Dusche und die benötigt man hier dringend nach einem Arbeitstag. Die Straßen sind hier mehr Löcher, Matschpfützen (nicht vom Regen, sondern von kaputten Wasserleitungen), Erde und ein paar Pflastersteinen. Wenn sich alle im Team an unsere Duschvorschriften halten, bleibt manchmal sogar noch für den letzten etwas warmes Duschwasser übrig 😉

 

IRIS Ministry

Wir unterstützen die ersten 18 Tage ein Kinderheim von „IRIS Madagascar“ (Ursprung Heidi Baker Mozambique).
Die neben dem Kinderheim mit 108 Kindern auch einige Programme für die Armen und Bedürftigen in der Nachbarschaft haben.

Das Kinderheim besteht aus einem Girls- und einem Boyshouse.

Im Boyshouse leben die Jungs ab 5 Jahre. Außerdem findet die Primary school (Grundschule) dort statt, die fängt hier schon mit ca. 3 Jahren an, einen Kindergarten gibt es nicht. Zum Mittagessen kommen alle, auch die älteren Kinder aus der Secondary School, zum Boyshouse. Es gibt immer Reis und dazu ein Hauch von Fleisch/Fisch und Gemüse.

Reis ist generell das Hauptnahrungsmittel auf Madagaskar und wird von den Einheimischen, wenn es genug gibt 3mal täglich gegessen. Über 90% der Einwohner leben von weniger als 2$ pro Tag und die Armut ist in allen Bereichen deutlich zu sehen. Die Menschen haben alte, kaputte und sehr schmutzige Sachen an, einige haben kleine Straßenstände und verkaufen z.B. ihre 3 Tomaten, die sie an dem Tag geerntet haben.

Im Boyshouse finden ansonsten auch alle Gemeinschaftsaktionen statt, sonntags Gottesdienst, Feierlichkeiten (am 26.Juni ist Independence Day) und mehrmals in der Woche ein „Lunch Programm“ für Kinder aus sehr armen Familien, z.T. kommen 6-7jährige mit ihren 3 kleinen Geschwistern um ein Mittagessen zu bekommen. Sie werden aber in ihren Familien ansonsten gut behandelt, deshalb verbleiben sie in ihren Familien und leben nicht im Kinderheim.

Im Girlshouse wohnen alle Kinder bis 4-5Jahre und alle größeren Mädchen. Jedes Zimmer mit ca. 10Kinder hat eine „Mama“/“Dad“ die in 24h Schichten alles tun, damit es den Kindern gut geht. Das ist eine sehr verantwortungsvolle und intensive Aufgabe, wir ziehen den Hut vor dem Durchhaltevermögen dieser Frauen und Männer.
Im Girlshouse findet jeden Mittwoch außerdem ein „Milk Programm“ statt, Mütter mit Säuglingen können für einen kostenlosen Arzt check up kommen und wenn sie nicht stillen können oder das Kind nicht trinken kann (viele Kinder sind krank oder behindert) bekommen sie Milchpulver für eine Woche.

Milk Programm

Ich (Phöbe) hatte nun zweimal das Privileg beim Milkprogramm dabei sein zu dürfen. Wir konnten den Arzt bei  der Untersuchung und dem Austeilen des Milchpulvers unterstützen und für die Nöte der Mütter, Kinder und Familien beten.
Wir brauchen hier für alles einen Übersetzter, da insbesondere  die Armen Leute nur Malagassy sprechen und das ist eine Sprache die wohl mit keiner anderen verwandt ist 🙂

Das Wichtigste (alle Angaben ohne Gewähr):

  • Guten Tag/ Morgen/ Abend – Manawana oder Salama
  • Sehr gut – Tsara bei
  • Reraka be – ich bin müde
  • Nona be – Ich habe hunger
  • Agavie / Agavanana – links/ rechts
Phöbe gibt Zeugnis für die Mütter

Gestern hat unser Chor für die Leute gesungen, ich konnte meine Erfahrungen als Mama teilen, sie ermutigen und wir haben selbstgebackene Plätzchen und Getränke an die Wartenden verteilt. Das war eine wunderschöne Zeit, wenn auch nicht  ohne Tränen. Die Geschichten und Umstände der Familien sind herzzerreißend. Es gibt sehr viele Zwillinge, wovon meistens eins Untergewichtig, krank oder behindert ist und die Familien haben oft viele Kinder wovon häufig einige schon wieder verstorben sind, nicht selten auf Grund von Unterernährung. Außerdem habe ich  in meinem Leben noch nie so kleine Kinder gesehen, schon gar nicht außerhalb eines Inkubators.  Es gibt leider wenige Familien die aus beiden Elternteilen bestehen, meistens steht die Mutter mit einer Schar Kinder am Ende alleine da.

Spielplatz

Spielplatz am neuen Haus

Für die große Anzahl von Kindern werden die beiden Häuser langsam zu klein, deshalb gibt es bald ein neues Haus, dafür hat Jo mit den anderen Männern im Team und einem Missionar einen Spielplatz aufgebaut, nicht so einfach mit den vorhandenen Werkzeugen. Aber das Resultat kann sich sehen lassen 🙂 Anschließend wurden auch noch 3 Tage lang die Zimmer des Mädchenhauses gestrichen, sieht jetzt fast aus wie neu.

Mülldeponie

Von unserem Balkon aus können wir weiter ins Tal auf Reisfelder und eine riesige Mülldeponie schauen. Dort leben die Ärmsten der Armen in kleinen Lehmhäusern. Letzten Freitag sind wir mit einem Team von Iris dort gewesen und haben ein Programm für die Kinder gemacht, viele Mamas sind auch gekommen und haben beim Spielen selber viel Spaß gehabt. Die Kinder hätten gerne immer weiter gespielt,  gesungen und auf uns rumgeturnt, viele Kinder müssen dort für ihre noch jüngeren Geschwister sorgen und haben dadurch selber keine richtige Kindheit. Leider war den meisten Menschen dort der Hunger ins Gesicht geschrieben, das war sehr schwer zu ertragen.

Der Arzt vom „Milk Programm“ versorgt auch an der Mülldeponie die Menschen regelmäßig mit dem nötigsten.

Independence Day

Der Independence Day (Madagaskar ist seit 1960 von Frankreich unabhängig) wurde gestern Abend schon mit einem Laternenumzug, Gesichtbemahlungen, einem besonderen Essen (Reis, Karotten und Ente) und einer Party gefeiert. Außerdem wurden überall Feuerwerkskörper gezündet. Vor zwei Tagen sind einige Knaller auf einem kleinen Straßenverkaufsstand losgegangen, ich konnte gerade noch über eine große Pfütze zur Seite springen, Mattea wurde von jemand anderem im Kinderwagen geschoben und hat vor Schreck natürlich geschrien. Auf den nächsten 100m haben alle ganz besorgt in den Kinderwagen geschaut, aber das Kind ist wohl auf 🙂

Am heutigen Feiertag haben wir für die Kinder eine kleine Olympiade mit verschiedenen Stationen veranstaltet, woran alle viel Spaß hatten. Zum Abschluss des Tages gab es dann noch einen Talentwettbewerb, was eher eine große Party mit viel Tanz und Gesang war 😉 Uns wird es hier also nicht langweilig.

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