kein Alltag in Sicht

Auch wenn die Uhren in Afrika gefühlt etwas langsamer ticken, sind heute seit unserer Ankunft in Kapstadt tatsächlich schon zwei Monate vergangen. Und bisher war kaum ein Tag wie der andere. Wir wollen euch einen kurzen Überblick unserer ersten Wochen geben:

Ich (Phöbe) bin, teilweise mit Mattea, in die Frauen- und insbesondere Familien/Mütterarbeit eingestiegen. Ich konnte schon einige vertrauensvolle Beziehungen aufbauen und möchte die Frauen aus 7de Laan auf ihrem Weg in ein Leben mit mehr Perspektive, Möglichkeiten und Würde begleiten. Leider gab es in den vergangenen Tagen mehrere akute Fälle, bei denen Kinder zu ihrem physischen und emotionalen Schutz aus Familien genommen und vorübergehend in einem Kinderheim untergebracht werden mussten. Dieser Schritt ist manchmal leider notwendig und für Kind und Eltern sehr schmerzhaft. Diese Familien wollen wir jedoch nicht aufgeben, sondern sie dabei unterstützen, ihre Vergangenheit zu bewältigen und eine Zukunft in Gesundheit und Frieden zu erleben. Wir beten, dass die Familien eines Tages wieder zusammengeführt werden können.

Auch ich (Jo) habe viel Zeit in 7de Laan verbracht. Um die Herausforderungen eines Lebens im Township besser zu verstehen, habe ich unser gemütliches Zuhause für 3 Nächte gegen eine Blechhütte in 7de Laan eingetauscht. Es war spannend und traurig zu gleich, zu sehen, wie sich insbesondere am Wochenende vieles im Township um Drogen und Alkohol dreht. Jedoch findet sich in all dieser Perspektivlosigkeit immer wieder Hoffnung. So wie in der vierköpfigen Familie, die mit mir ihre (wortwörtlichen) vier Wände geteilt haben. Der Familienvater hat den Großteil seiner jungen Jahre im Gefängnis verbracht und ist davon sehr geprägt. Es fällt ihm schwer, diese Vergangenheit hinter sich zu lassen, insbesondere da sie ihn in Form von alten Gangfreunden, Alkohol und Drogen täglich verfolgt. Trotzdem übernimmt er Verantwortung für seine Familie. Mit ein wenig Hilfe bei der Vermarktung seiner Handwerksdienstleistungen bekam er in den letzten Wochen sehr regelmäßig Aufträge und konnte sogar anderen Männern aus dem Township Arbeitsplätze ermöglichen. Wir wollen ihn dabei begleiten und sehen, wie er weiterhin sein Potential entdeckt.

Darüber hinaus hatten wir auch schon einige besondere Events. Nur wenige Wochen bevor wir nach Südafrika kamen, haben 5 Familien ihre Hütten durch einen Brand verloren. So haben wir gemeinsam mit 50 Helfern von “Wings of Support”, einer Hilfsorganisation von KLM-Mitarbeitern, einige Hütten mit schwerentflammbarer Farbe gestrichen, da diese Flächenbrände insbesondere während der Dürrezeit eine konstante Gefahr darstellen.

Am Karfreitag zeigten wir nachmittags für “Jung” und abends für “Alt” in einer Kino-Veranstaltung einen Jesus-Film. Am Ostersonntag haben wir Jesu Auferstehung in einem Gottesdienst in 7de Laan gefeiert, der von einem Team aus der FeG Bonn geleitet wurde. Die Veranstaltungen an den beiden Tagen waren sehr gut besucht. Wir haben uns sehr über Offenheit für die gute Nachricht und für Gespräche und Gebete mit vielen Besuchern gefreut.

Mit der großartigen Unterstützung des Teams aus Deutschland konnten wir während den Schulferien ein Kinderferienprogramm anbieten. Vier Tage lang haben die fast 100 Kinder aus 7de Laan und benachbarten Township ihre Ferien mit Musik, Sport und Spaß genossen.

Ein weiteres wichtiges Highlight war das Tagungsseminar, das wir als gesamtes “Team 7de Laan” abgehalten haben. In diesem dreitägigen Workshop haben wir mit allen Mitarbeitern der verschiedenen Arbeitsbereiche eine gemeinsame Vision und Ziele erarbeitet und versucht eine gesunde Struktur und Kommunikationswege zu entwickeln. Inzwischen hat sich unser Team auf vier Bereiche erweitert: Schul- und Weiterbildung, Ernährung und gesunder Lebensstil, Infrastruktur und geistlicher Wachstum. Wir sind sehr gespannt, wie wir uns als Team einspielen und sich die unterschiedlichen Bereiche weiterentwickeln.

Die lange Suche nach einer geeigneten Wohnung hat sich gelohnt. Wir haben eine sehr schöne und gut gepflegte Wohnung gefunden. Noch sind wir dabei uns mit passenden Möbeln auszustatten, aber einem baldigen Umzug steht nichts im Wege, worauf wir uns sehr freuen 🙂

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One thought on “kein Alltag in Sicht”

  1. Lieber Joachim, liebe Phöbe,

    vielen Dank für euren Newsletter.
    Es ist super, dass ihr einiges schon erlebt habt. Ich bin beeindruckt, dass Joachim sogar in einer Familie für 4 Tage gelebt hat. Ich bin sicher, dass du dadurch einen noch besseren Einblick bekommen hast. Tolle Idee.

    Ich wünsche euch viel Kraft und Freude.

    Viele Grüße
    Christian

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