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Seychellen

Ja richtig, das ist für uns Deutschen eigentlich ein Urlaubsland, was wollen denn „Missionare“ dort??
Mission fängt vor der eigenen Haustüre an, in Deutschland, Europa oder sonst wo auf der Welt. Jeder kann mehr Freundlichkeit, Liebe, Verständnis und Mitgefühl von seinen Mitmenschen gebrauchen, also auch die Inselbewohner von Mahé (Hauptstadtinsel der 115 Seychellen Inseln). Abgesehen von den Hotels und den dazugehörigen Touristen gibt es auf den Inseln auch Einheimische, die ein ganz normales Leben dort führen und z.B. arbeiten 🙂
Ein großes Problem dort sind Alkohol und Drogen, tagsüber als auch abends kann man Menschen im Vollrausch begegnen. Deshalb  ging es auch einige Male mit fast dem gesamten Team in ein Viertel  das für Drogen- und Alkoholabhängige bekannt ist. Dort haben wir mit den Menschen geredet, gebetet und auf der Straße gemeinsam Musik gemacht.
Eine Woche lang haben wir „Youth4Christ“ bei einem Kinderferienprogamm  geholfen und ansonsten hauptsächlich „YWAM Seychelles“ bei ihren Tätigkeiten unterstützt.
An einem Nachmittag sind wir durch ein ganzes Krankenhaus marschiert und haben mit den jedem einzelnen Kranken gebetet, geredet und zugehört.
Außerdem haben wir die Gottesdienste gestaltet in der Kirche, in der wir gewohnt haben.

Leider musste fast immer einer von uns mit Mattea zuhause bleiben, bei nahezu 100% Luftfeuchtigkeit und rund um die Uhr 30° C im Schatten (Jahreszeit: Winter). Durch das Klima bedingt konnten wir Mattea oft in der Hitze nicht mitnehmen.  Aber Sammy, der 1jährige Sohn von einem Mitarbeiter Ehepaar, war immer ein dankbarer Spielpartner, auch wenn er laufend, Mattea haushoch überlegen war.

Untergebracht waren wir in einer Kirche. Die Gruppe hat auf den Kirchenbänken geschlafen, wir im Kindergottesdienstraum, Mattea hatte wie immer ihr bequemes Reisebett dabei. In täglichen wechselnden Schichten haben wir geputzt, was bei 25 Leuten und begrenzten Räumlichkeiten nicht lange vorhält,  und gekocht, was mit kleinen 5 Personen Haushalt Töpfen eine Ewigkeit dauert.
Die Lebensbedingungen waren fürs ganze Team wieder eine neue Herausforderung. Aber da die Inseln traumhaft schön ist, konnte man während der Freizeit entspannt an den Strand gehen und jeglichen Stress hinter sich lassen.

In unserer letzten Woche hatten wir noch einige unerwartete Highlights, wir wurden mehrmals bekocht, mit gesalzenem, geräuchertem und gekochten Fische und vielen anderen Spezialitäten der kreolischen Küche und zwei Mädels aus unserem Team wurden im Meer getauft!

Ein toller Abschluss vom Outreach!

Bis zum Rückflug am 7.Oktober haben wir jetzt noch gute 3 Wochen, die wir in Kapstadt bzw. bei Jo’s Schwester in Plettenberg Bay verbringen werden. Wir genießen es zurück in Südafrika zu sein und uns mit Freunden zu treffen oder Zeit als Familie zu haben, mit eigener Ferienwohnung mit Badezimmer, Küche und Wohnzimmer 😀

Mattea #4

Ein kurzes Update über unseren kleinen Sonnenschein.

Es scheint, sie wird jeden Tag süßer und fröhlicher. Mattea bringt die Menschen um sich herum zum Strahlen, ganz gleich welche Sprache sie sprechen, welcher Nationalität sie angehören und wie alt sie sind. Sie kann toll auf ihrer Krabbeldecke alleine spielen, plappert „ da“ oder „ja“ vor sich hin, nicht selten lacht sie auch über ihre eigenen Witze oder Entdeckungen und wippt zur Musik. Ihre Spielzeugdosen steckt sie ineinander und ihr Buch liest sie jetzt auch ganz neu.

Mittlerweile schläft sie nachts meistens durch,  isst Karotte zum Mittag und liebt ihren Nachmittagsbrei.

Wir sind gespannt wie ihr das heiße Klima, der Strand und das Meer auf den Seychellen gefällt.

Zehn Tage im Dschungelcamp

Für ein kleines Team unserer DTS bot sich relativ kurzfristig die Möglichkeit eines zweiwöchigen Einsatzes im wilden Busch Madagaskars. Als alter Royal Ranger musste ich natürlich nicht zweimal überlegen und mit der Freigabe der Familienchefin (Vielen Dank mein Schatz :-)) war ich somit Teil des sechsköpfigen Teams.

Am Montagmorgen, 13.07., machten wir uns (Isabella& ich – GER, Beau& Cindy – SA, Ava – AUS und Curtis – USA) also auf den Weg nach Tamatave/ Toamasina an der Ostküste Madagaskars. Es war sehr erfrischend, die riesige, verschmutzte Stadtlandschaft von Antananarivo zu verlassen und schon nach wenigen Kilometern ins scheinbar endlose Grün dieser Insel einzutauchen. Nach einer relativ komfortablen 8-stündigen Busfahrt erreichten wir schließlich die Hafenstadt, wo wir von Victor in Empfang genommen wurden. Victor leitet seit vielen Jahren die YWAM Base in Tamatave und arbeitet hauptsächlich an Gemeindegründungen und Entwicklungsprojekten in den entlegenen und teilweise unerreichten Buschsiedlungen der Region.

Die ersten drei Tage haben wir für die Vorbereitung und Einkäufe in Tamatave verbracht. Da Victor selbst im Busch aufgewachsen ist, konnte er uns bestens auf die Kultur und Gewohnheiten vorbereiten. Ein Großteil der madagassischen Kultur ist geprägt vom Ahnenkult und dessen Praktiken. In ihrem traditionellen Glauben nehmen verstorbene Familienmitglieder eine Position als „Götter auf Erden“ und als Vermittler zu Gott ein. Da die Ahnen die Macht haben, das Schicksal der Hinterbliebenen zu beeinflussen, sind sie die wichtigsten Familienmitglieder und müssen dementsprechend durch Verehrung und Opfer bei Laune gehalten werden. Ein wichtiger Faktor in dieser Religion spielt der gesellschaftliche Druck und die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. So auch in den Dörfern, die wir in den verbleibenden 10 Tagen im Busch besuchen konnten…

Gemeinsam mit unsern beiden Malagasy-Übersetzern Mamisoa und Toky (und ca.12 weiteren Passagieren…) fuhren wir mit einem Dschungel-Taxi (auf der Ladefläche eines 4×4-Trucks der 70er Jahre) eine Stunde von Tamatave in Richtung Süden. Von dort ging es zu Fuß mit unseren vollgepackten Rucksäcken eine weitere Stunde in den Busch und über 4 Brücken und 2 Flüße (oder Brückchen und Bächchen 🙂 ). Trotz der überschaubaren Wanderung, schien es als würden wir eine andere Welt betreten: kein fließend Wasser (abgesehen natürlich vom Fluß…), kein Strom, kein WiFi oder Handynetz, keine Uhren oder Smartphones, dafür Holzhütten, Hühner, Kühe, und Donnerbalken. Sahavangana – Unser Zuhause für 10 Tage und das Zuhause für geschätzt 200 Dorfbewohner, ganz nach meinem Rangergeschmack.

Jeder einzelne unserer Tage im Busch Madagaskars war vollgepackt mit abenteuerlichen Unternehmungen, spannenden Begegnungen und unzählbaren unterhaltsamen Momenten. Die ganzen wertvollen Erinnerungen könnten wahrscheinlich ein kleines Buch füllen, daher möchte ich nur eine knappe Zusammenfassung geben, einige einzelne Erlebnisse beschreiben und ein paar Bilder erzählen lassen.

In Sahavangana wurden wir unglaublich herzlich und großzügig von Pastor Simon, seiner Frau Olga und ihren 7 Kindern umsorgt. Simon ist seit einigen Jahren Christ, leitet die kleine Gemeinde (ca.15 Leute) und wurde deswegen von einem Großteil seiner Familie sowie der Dorfgemeinschaft verstoßen, die weiterhin am Ahnenkult festhält. Auch einige andere Gemeindemitglieder haben mit dem Konflikt und auch der Vermischung des christlichen Glaubens und dem gesellschaftlichen „Zwang“ der Ahnenverehrung zu kämpfen. Gleichzeitig ist diese traditionelle Religion aber unglaublich trocken und bringt ganz im Gegensatz zum Evangelium sichtbar nur Ängste, Zwänge und Tod. Die Not und der Bedarf an Jüngerschaft und Bibellehre in den Dörfern sind groß, da nur wenige der Christen lesen können, eine Bibel besitzen und Anschluss an eine Gemeinde haben… Daher war es umso schöner die kleine Gemeinde durch die intensive Gemeinschaft, beim täglichen gemeinsamen Abendessen, Lobpreis und Evangelisationen zu schulen und zu ermutigen. Ihren Dank uns gegenüber wurde mehrfach durch geschenkte Hühner ausgedrückt, die wir gerne geschlachtet, zubereitet und verspeist haben 🙂

Der Alltag im Busch gestaltete sich wie folgt: Weckruf durch Hühner, Enten, Hähne und Nachbarskinder gegen 5 – 6 Uhr. Da der Kuschelfaktor auf dem Betonboden des Klassenzimmers (unsere Unterkunft) durch die 3mm dicke Yogamatte nur äußerst geringfügig erhöht wurde, hieß es also auch gleich aufstehen, Frühstücksfeuer machen, 3 Minuten Matschspaziergang zum Fluß zum Waschen und Zähneputzen, Wassereimer mitbringen und Geschirr vom Vorabend spülen, Frühstück, Andacht, dann folgte unser Tagesprogramm. An einigen Tagen hatten wir Evangelisations- und Gebetsveranstaltungen in den Nachbardörfern (inklusive 2-3 Stunden Wanderung), sind Einladungen der Bewohner gefolgt, haben am Dorfleben teilgenommen (Reis verarbeiten, Körbe weben, Fußball spielen, …) oder einfach nur die Ruhe und Gemeinschaft genossen. Vor dem Sonnenuntergang gegen 17 Uhr ging es nach dem täglichen Bad im Fluss wieder ans Essen zubereiten, d.h. Wasser holen, Feuermachen, usw. Meistens lagen wir nach den anstrengenden Tagen schon um 7 oder 8 im Bett, bzw. auf dem Betonboden…

Trotz oder viel mehr gerade wegen den erschwerten/ sehr schlichten Rahmenbedingungen war der Kurzeinsatz im Busch ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe die Gemeinschaft in der Gruppe und mit den Dorfbewohnern sehr genossen und hoffe eines Tages zurückkehren zu können. Vor allem aber war es erstaunlich in diesen 2 Wochen immer wieder Gottes Größe und Liebe zu sehen. Sei es in der Gemeinschaft mit eigentlich völlig fremden Christen, in der Schönheit der Natur und Menschen Madagaskars, der Unendlichkeit des afrikanischen Sternenhimmels,  oder im Wirken des Heiligen Geistes. In den 10 Tagen im Busch gab es 10 Entscheidungen Jesus nachzufolgen und einige Heilungswunder: ein Mann wurde nach 5 Jahren komplett von einer Wundinfektion geheilt, ein anderer von chronischen Gelenksschmerzen, ein weiterer von Nackenschmerzen, eine Frau von 4 Wochen andauernden Zahnschmerzen.

Inzwischen sind wir wieder gut in Antananarivo angekommen und ich bin wieder vereint mit meiner Familie 🙂 Morgen geht es bereits zum nächsten Abenteuer auf den Seychellen und wir sind gespannt darauf, was dort alles auf uns wartet!

Mattea #3

Unsere Tochter ist nun schon 7 Monate + fast 3 Wochen alt und ein ziemlicher Riese.
Man könnte sagen, das ihr Leben bisher eine Weltreise war von Ditzingen – Eberdingen – Duisburg – Kapstadt (Südafrika) –über Johannesburg und Nairobi (Kenia)- nach Antananarivo (Madagaskar). Mit jedem Tag erweitert sich ihr Horizont und in der letzten Woche ist er sogar ganz besonders viel expandiert. Seit wir  vor 1,5 Wochen in Antananarivo angekommen sind, hat sie gelernt alleine zu sitzen, sich auf den Bauch zu drehen (man könnte sagen, das hat sie über Nacht gelernt) und auf dem Bauch in kurzer Zeit einzuschlafen.
Leider scheinen zwei  Zähne noch nicht genug zu sein und sie wird seit 2 Tagen wieder von Zahnschmerzen geplagt, was das schnelle Einschlafen wieder zunichte gemacht hat.

Mattea ist ein fröhliches und lustiges Kind, wir lieben die Spielezeiten mit ihr und das Kuscheln morgens im Bett. Es ist wunderbar von einem strahlenden Gesicht jeden Morgen begrüßt zu werden. Sie weiß eben wie man die Eltern auch nach kurzen Nächten wieder zahm bekommt.
Glücklicherweise kann sie sich nun aber auch für eine Weile alleine beschäftigen mit ein paar Spielsachen zum Erforschen, was uns morgens manchmal noch ein paar extra Minuten Schlaf verschafft.

Für die einheimischen Bewohner von Madagaskar  und die Kinder bei „Iris Ministry“ (Die Organisation, bei der wir bisher mitarbeiten) ist Mattea ein besonderes Highlight, allerdings patschen alle gerne in ihrem Gesicht rum oder halten ihre Hände fest, was sie gar nicht leiden kann. Wir übrigens auch nicht, da hier selten jemand saubere Hände hat 🙂

Knöpfe sind Matteas aktuelles Lieblingsspielzeug. Kein Kleidungsstück mit Knöpfen ist sicher vor ihrem Mund.

MADAGASKAR #eins

Unterkunft

Unsere Unterkunft ist ein Haus nach europäischem Standard, wir genießen den Luxus eines Familienzimmers, die Jungs bewohnen ein Zimmer und die 13 Mädels schlafen in Wohnzimmer. Es gibt allerdings nur eine Dusche und die benötigt man hier dringend nach einem Arbeitstag. Die Straßen sind hier mehr Löcher, Matschpfützen (nicht vom Regen, sondern von kaputten Wasserleitungen), Erde und ein paar Pflastersteinen. Wenn sich alle im Team an unsere Duschvorschriften halten, bleibt manchmal sogar noch für den letzten etwas warmes Duschwasser übrig 😉

 

IRIS Ministry

Wir unterstützen die ersten 18 Tage ein Kinderheim von „IRIS Madagascar“ (Ursprung Heidi Baker Mozambique).
Die neben dem Kinderheim mit 108 Kindern auch einige Programme für die Armen und Bedürftigen in der Nachbarschaft haben.

Das Kinderheim besteht aus einem Girls- und einem Boyshouse.

Im Boyshouse leben die Jungs ab 5 Jahre. Außerdem findet die Primary school (Grundschule) dort statt, die fängt hier schon mit ca. 3 Jahren an, einen Kindergarten gibt es nicht. Zum Mittagessen kommen alle, auch die älteren Kinder aus der Secondary School, zum Boyshouse. Es gibt immer Reis und dazu ein Hauch von Fleisch/Fisch und Gemüse.

Reis ist generell das Hauptnahrungsmittel auf Madagaskar und wird von den Einheimischen, wenn es genug gibt 3mal täglich gegessen. Über 90% der Einwohner leben von weniger als 2$ pro Tag und die Armut ist in allen Bereichen deutlich zu sehen. Die Menschen haben alte, kaputte und sehr schmutzige Sachen an, einige haben kleine Straßenstände und verkaufen z.B. ihre 3 Tomaten, die sie an dem Tag geerntet haben.

Im Boyshouse finden ansonsten auch alle Gemeinschaftsaktionen statt, sonntags Gottesdienst, Feierlichkeiten (am 26.Juni ist Independence Day) und mehrmals in der Woche ein „Lunch Programm“ für Kinder aus sehr armen Familien, z.T. kommen 6-7jährige mit ihren 3 kleinen Geschwistern um ein Mittagessen zu bekommen. Sie werden aber in ihren Familien ansonsten gut behandelt, deshalb verbleiben sie in ihren Familien und leben nicht im Kinderheim.

Im Girlshouse wohnen alle Kinder bis 4-5Jahre und alle größeren Mädchen. Jedes Zimmer mit ca. 10Kinder hat eine „Mama“/“Dad“ die in 24h Schichten alles tun, damit es den Kindern gut geht. Das ist eine sehr verantwortungsvolle und intensive Aufgabe, wir ziehen den Hut vor dem Durchhaltevermögen dieser Frauen und Männer.
Im Girlshouse findet jeden Mittwoch außerdem ein „Milk Programm“ statt, Mütter mit Säuglingen können für einen kostenlosen Arzt check up kommen und wenn sie nicht stillen können oder das Kind nicht trinken kann (viele Kinder sind krank oder behindert) bekommen sie Milchpulver für eine Woche.

Milk Programm

Ich (Phöbe) hatte nun zweimal das Privileg beim Milkprogramm dabei sein zu dürfen. Wir konnten den Arzt bei  der Untersuchung und dem Austeilen des Milchpulvers unterstützen und für die Nöte der Mütter, Kinder und Familien beten.
Wir brauchen hier für alles einen Übersetzter, da insbesondere  die Armen Leute nur Malagassy sprechen und das ist eine Sprache die wohl mit keiner anderen verwandt ist 🙂

Das Wichtigste (alle Angaben ohne Gewähr):

  • Guten Tag/ Morgen/ Abend – Manawana oder Salama
  • Sehr gut – Tsara bei
  • Reraka be – ich bin müde
  • Nona be – Ich habe hunger
  • Agavie / Agavanana – links/ rechts
Phöbe gibt Zeugnis für die Mütter

Gestern hat unser Chor für die Leute gesungen, ich konnte meine Erfahrungen als Mama teilen, sie ermutigen und wir haben selbstgebackene Plätzchen und Getränke an die Wartenden verteilt. Das war eine wunderschöne Zeit, wenn auch nicht  ohne Tränen. Die Geschichten und Umstände der Familien sind herzzerreißend. Es gibt sehr viele Zwillinge, wovon meistens eins Untergewichtig, krank oder behindert ist und die Familien haben oft viele Kinder wovon häufig einige schon wieder verstorben sind, nicht selten auf Grund von Unterernährung. Außerdem habe ich  in meinem Leben noch nie so kleine Kinder gesehen, schon gar nicht außerhalb eines Inkubators.  Es gibt leider wenige Familien die aus beiden Elternteilen bestehen, meistens steht die Mutter mit einer Schar Kinder am Ende alleine da.

Spielplatz

Spielplatz am neuen Haus

Für die große Anzahl von Kindern werden die beiden Häuser langsam zu klein, deshalb gibt es bald ein neues Haus, dafür hat Jo mit den anderen Männern im Team und einem Missionar einen Spielplatz aufgebaut, nicht so einfach mit den vorhandenen Werkzeugen. Aber das Resultat kann sich sehen lassen 🙂 Anschließend wurden auch noch 3 Tage lang die Zimmer des Mädchenhauses gestrichen, sieht jetzt fast aus wie neu.

Mülldeponie

Von unserem Balkon aus können wir weiter ins Tal auf Reisfelder und eine riesige Mülldeponie schauen. Dort leben die Ärmsten der Armen in kleinen Lehmhäusern. Letzten Freitag sind wir mit einem Team von Iris dort gewesen und haben ein Programm für die Kinder gemacht, viele Mamas sind auch gekommen und haben beim Spielen selber viel Spaß gehabt. Die Kinder hätten gerne immer weiter gespielt,  gesungen und auf uns rumgeturnt, viele Kinder müssen dort für ihre noch jüngeren Geschwister sorgen und haben dadurch selber keine richtige Kindheit. Leider war den meisten Menschen dort der Hunger ins Gesicht geschrieben, das war sehr schwer zu ertragen.

Der Arzt vom „Milk Programm“ versorgt auch an der Mülldeponie die Menschen regelmäßig mit dem nötigsten.

Independence Day

Der Independence Day (Madagaskar ist seit 1960 von Frankreich unabhängig) wurde gestern Abend schon mit einem Laternenumzug, Gesichtbemahlungen, einem besonderen Essen (Reis, Karotten und Ente) und einer Party gefeiert. Außerdem wurden überall Feuerwerkskörper gezündet. Vor zwei Tagen sind einige Knaller auf einem kleinen Straßenverkaufsstand losgegangen, ich konnte gerade noch über eine große Pfütze zur Seite springen, Mattea wurde von jemand anderem im Kinderwagen geschoben und hat vor Schreck natürlich geschrien. Auf den nächsten 100m haben alle ganz besorgt in den Kinderwagen geschaut, aber das Kind ist wohl auf 🙂

Am heutigen Feiertag haben wir für die Kinder eine kleine Olympiade mit verschiedenen Stationen veranstaltet, woran alle viel Spaß hatten. Zum Abschluss des Tages gab es dann noch einen Talentwettbewerb, was eher eine große Party mit viel Tanz und Gesang war 😉 Uns wird es hier also nicht langweilig.

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Outreach – let’s fly to Madagascar!

Ja, es ist ein paar Wochen her seit dem letzten Blogeintrag, das hat folgenden Grund:

Die letzte Woche der „Lecture face“ in Muizenberg war ziemlich stressig, wir hatten Outreach-Vorbereitung, viel Kleingruppenarbeit und Präsentationen. In der Woche hatte Mattea besonders viel Zahnweh, da die ersten zwei unteren Schneidezähne durchgekommen sind, deshalb hatten wir  wenig Schlaf und wenig Nerven für andere Dinge.  Allerdings mussten wir noch einige Besorgungen für Madagaskar und die Seychellen machen.

Das Gute ist, das alles ist Vergangenheit 🙂

Anfang dieser Woche haben wir es dann schließlich geschafft eine madagassische SIM-Karte zu besorgen, so dass wir jetzt Internet zu einigermaßen erschwinglichen Kosten haben können…

Die Reise

Dass das Budget unseres Outreachs ziemlich begrenzt ist, konnten wir schon auf dem Weg nach Madagaskar feststellen. Für die 11 Wochen stehen ca.1500€ pro Person zur Verfügung, inklusive Flugtickets (Südafrika – Madagaskar – Seychellen – Südafrika) 🙂 Daher mussten wir einige Zwischenstopps und Umwege in Kauf nehmen.

Am 13.Juni sind wir am späten Vormittag zum Flughafen in Kapstadt gefahren worden, wir 3 waren da schon müde, da die halbe Nacht fürs Packen drauf gegangen ist, mit Baby ist alles 3x mal so kompliziert wie es scheint. Wir mussten das Volumen so gering wie möglich halten, da wir für das aufgegebene Gepäck extra zahlen mussten, mit Reisebett und Kinderwagen alles nicht ganz so einfach. Der erste Flug ging mittags von Kapstadt nach Johannesburg, Mattea hat ein kleines Nickerchen gehalten, fürs Schreien waren glücklicherweise andere Kinder zuständig.

In Johannesburg hatten wir einen Aufenthalt von ca. 6h, den haben wir versucht zum Ausruhen zu nutzen, allerdings war alles zu aufregend für Mattea, sodass sie wieder kurz geschlafen hat.

Auf dem 5h langen Nachtflug von Johannesburg nach Nairobi hatte Mattea scheinbar Zahnschmerzen, sie hat hauptsächlich gebrüllt, die Leute in unserer Nähe waren sicher dankbar auf ihrem Nachtflug von einem schreienden Baby unterhalten zu werden 🙂 Wir haben ebenfalls kein Auge zugetan. In Nairobi waren wir (auch der Rest des Teams) sehr erschöpft, sodass wir abwechselnd auf einer Decke auf dem Boden geschlafen haben. Leider war der Kinderwagen eingecheckt, sodass wir nichts hatten wo wir Mattea hätten ablegen können. Aber diese Aufgabe wird gerne auch mal von unserem Team übernommen 🙂

Der letzte Flug von Nairobi nach Antananarivo dauerte ca. 4h und Mattea hat fast die ganze Zeit geschlafen!
Am 14. Juni sind wir also nachmittags in Madagaskar angekommen, erschöpft aber glücklich. Der Hauptstadtflughafen gleicht in etwa einem abgelegenen Privatflugplatz in Deutschland: klein, ein Gepäckband, eine Halle, ein Ausgang 🙂

Wir wurden von ein paar Kindern und Mitarbeitern von Iris Ministry empfangen und mit einem  Bus-Taxi zu unserer Unterkunft gebracht. Das Ende einer 29h Reise. Thank God!

Exciting News

Wir haben eine wunderschöne und spannende Zeit bei YWAM in Muizenberg. Jede Woche ist anders und wunderbar.
In der Schule hat jede Woche ein anderes Thema und einen anderen Sprecher, bisher hatten wir:

*Hearing God’s voice
*Bible
*Worldviews
*Encountering God (eine unglaubliche Woche!)
*The Person and the Power of the Holy Spirit  mit Kevin Kazemi (OUTSTANDING)
*Foundation in Christian Spiritual Authority – amazing

Encountering God
Trinity

Wir lernen so viel Neues, Gott ist so gut und so groß!!!

Ruan de kock
Ruan de Kock

Aber nicht nur im Unterricht haben wir eine gute Zeit auch Nachmittags, Abends und an den Wochenenden haben wir viel Spaß. Einmal waren wir bei Isaac (Staff) und seiner Familie mit unserem Mitstudenten Soon ( aus Südkorea) und Soon hat gekocht.

soons food

Es war super scharf und wir haben das erste Mal Octopus rings gegessen. Es war ein genialer Tag mit crazy spicy food, super schönem Sonnenuntergang, guter Gemeinschaft und entspannten Gesprächen. –Thanks Soon, Isaac and Family

Ab und zu besuchen wir auch Familie Spalke, die nur 10-15 min. entfernt zu Fuß von der Base wohnen. Leider machen wir dort selten Bilder, dafür haben wir dort immer eine gute Zeit und fühlen uns wie Zuhause. Letzten Sonntag haben wir mit Marco und den Kids eine Runde mit dem Kanu auf dem Vlei (siehe Local outreach und… post, da waren wir bei Tobi B. der auch am Vlei wohnt) gedreht. Und Mattea hat das Trampolin ausprobiert.

crazy baby

Ansonsten sind wir weiterhin Mittwochs zum Local Outreach in 7de Laan. Jo macht Fußballtraining mit den Kids und Phöbe arbeitet mit Felica (38 Jahre alt), der Tochter von Kathi der Communityleiterin, die eine geistige Behinderung hat.

7 de Laan
7de Laan connect time

 OUTREACH ZIEL

Manch einer hat es schon mitbekommen, das Ziel für unseren 2 monatigen Outreach ab Mitte Juni steht nun fest. Wir sind super aufgeregt und freuen uns auf Madagaskar und die Seychellen!! Sie gehören zu den ärmsten Ländern der Welt, auch wenn sie mit einer wunderschönen Natur gesegnet sind. Genaueres wird sich in den nächsten Wochen rausstellen.
Ich freue mich auch besonders für Mattea, denn sie hat lieber weniger als mehr Klamotten an, das ist dort wohl kein Problem.

Wer uns Unterstützen möchte findet HIER genauere Infos dazu.

Wir freuen uns jeder Zeit über Kommentare, Emails, Facebook Nachrichten und Post von EUCH!

 

 

 

Mattea #2

Die Zeit vergeht wie im Flug, vor 5 Tagen ist Mattea  6 Monate alt geworden.
Ständig passen die Klamotten nicht mehr oder Madame beschwert sich, dass etwas zu eng ist und sie ihren dicken Zeh nicht mehr in den Mund stecken kann, weil der Hosenbund drückt.

Sie hat immer noch eine Vorliebe fürs Nachts-Trinken und tagsüber keine-Zeit-mit-Trinken-verschwenden.  Auch das Kürbis und Birnenbrei füttern hat wenig Anklang bei Mattea gefunden. Deshalb haben wir jetzt Baby-led-weaning angefangen, das findet sie großartig. Mango und Birne wurden fröhlich in Empfang genommen.
Morgen gibt es Karotte.

Mattea liebt fröhliche Menschen, wenn sie angelächelt wird, strahlt sie oft zurück. Aber auf den Arm genommen wird sie nicht gerne von Fremden, da ist sie sehr wählerisch.

Mattea mit Sammy und Papa Ben

Es ist schön zu sehen wie unsere kleine Maus immer mobiler wird, sich vom Bauch auf den Rücken dreht und Freude daran hat ihre Umgebung zu erkunden. Sie ist ganz fasziniert von Sammy, auch wenn der es oft auf ihren Schnuller abgesehen hat oder mal mit seinen Fingern in ihrem Gesicht rum puhlt.

Seit ein paar Tagen schläft sie gerne auf dem Arm ein, leider ist sie so schwer geworden, dass einem bald die Arme und Hände taub werden. Was tut man nicht alles für ein schlafendes Kind 🙂

Ach ja, wer es noch nicht bemerkt hat, Mattea ist jetzt eine kleine Blondine!

 

 

 

 

Local Outreach und…

Heute war es endlich soweit wir hatten unseren ersten Besuch in 7 de Laan.

7 de Laan ist ein kleines Township mit ca. 130 Personen, es gibt keine Straßen oder Autos, nur Sand und Shacks UND viele Hunde.

20150415_152303kUnser Local Outreachteam ist winzig, es besteht aus Jo, Katlego, Mattea und mir (Phöbe). Marco hat uns das überschaubare Township gezeigt und uns einigen Leuten vorgestellt, besonders die Kinder waren sehr neugierig. Leonie, sie kommt aus Deutschland und ist Voluntärin für 3 Monate bei Marco&Justine Spalke, sie  wird Mittwochs auch immer dabei sein.

Jo wird in Zukunft beim Fußballtraining helfen und wir Mädels überlegen uns ein Freizeitprogramm für die Kids. Es wird herausfordernd etwas passendes zu finden, da die Kinder unter 6 Jahren eher weniger an Regeln und Grenzen gewöhnt sind. Das wird sich hoffentlich bald ändern, 7de Laan bekommt nämlich eine Community Hall wo vormittags ein “Kindergarten” statt finden soll.

Da Südafrika auch die Regenbogennation genannt wird erstaunt es wohl nicht, das wir letzten Samstag uns an einem ganz anderen Ort befunden haben, nicht mal 20 Minuten von 7de Laan entfernt.

20150411_163411kWir waren als DTS bei Toby and Aukje Brouwer (Gründer von Beautiful Gate) zum Braai eingeladen.

Wir hatten eine wunderschöne Zeit und unglaubliches Spätsommerwetter.

Mattea #1

Für unsere Prinzessin ist/war es

…der ERSTE Flug

…das ERSTE Mal Linksverkehr

… zum ERSTEN Mal Schule

…das ERSTE Mal Sommer

…zum ERSTEN Mal mit nackigen Füßen im Gras spielen

…zum ERSTEN Mal Impfung auf afrikanisch

Summer baby

und viele Erlebnisse mehr zum aller ERSTEN Mal. Wir fühlen uns geehrt dabei sein zu dürfen.

Glücklicherweise ist unsere Tochter spontan und stellt sich schnell auf neue Umstände ein, so wächst und gedeiht (6670g) sie wunderbar in Südafrika.

Sie liebt besonders den Wind und ist von den vielen neuen Menschen fasziniert. Bei manchen fängt sie gleich an zu weinen wenn sie freundlich auf sie einreden, andere können ihr ein Lächeln entlocken.

Inzwischen geht es ihrem Rücken schon viel besser, sie dreht sich vom Bauch auf den Rücken, beugt sich mit dem Oberkörper nach vorne, wenn sie auf dem Schoß ist und greift nach Spielsachen oder dem Essen auf Mama und Papas Teller. Sie möchte am Essen Teilnehmen und steckt Gurke, Birne, Orange etc. in den Mund beißt ein Stück ab und spuckt es aus, aber nur um das nächste Stück abzubeißen. Schlucken kommt nicht in Frage, deshalb scheint das tägliche “Mittagessen” auch noch keinen Sinn zu machen.

Ihr linker Arm/Schulter ist noch nicht ganz entspannt, aber wir sind zuversichtlich, dass auch das bald in Ordnung kommt und sie außerdem ihre Trinkmenge pro Mahlzeit noch steigert, sodass wir vor allem Nachts alle mehr Schlaf bekommen.